Tag Archiv:üben im qi gong

Der Qi Gong-Stand

Das Qi fließt frei zum Himmel, mit der Erde verwurzelt.

Qi Gong findet allermeist im Stehen statt und daher ist der Qi Gong-Stand von ganz besonderer Wichtigkeit. Ein Anfänger wird lange nicht begreifen, wie die einzelnen Ausrichtungen zusammenspielen müssen, damit der Stand entspannt sein kann.

So wie angespannte Schultern niemals entspannte Hände und frei bewegliche Arme ergeben können, so müssen ebenfalls Becken und Hüften in belastetem wie unbelastetem Zustand frei sein, damit die Beine einen sicheren Stand erbringen können. Die Wechselwirkungen sind schwer in Worte zu fassen und wären mühsam zu lesen. Daher hier nur ein paar allgemeine Hinweise, der wichtigste zuerst: Den Schwerpunkt in die „Sprudelnden Quelle“ – Akkupunktur Punkt Yongquan Niere 1, mittig zum hinteren Ende des Fußballen hin – fallen lassen. Sobald Gewicht auf den Boden gebracht wird, sollte es in diesem Punkt gefühlt werden, gleichgültig ob beim Einbeinstand, im Bogenschritt oder in Bewegung, solange wie die ganze Fußsohle mit dem Boden Kontakt haben soll.

Yongquan - Sprudelnde Quelle - Akkupunktur Punkt Niere 1

Schwerpunkt in die Sprudelnde Quelle legen

Mit der Streckung der Wirbelsäule fließt das Qi besser .
Die Atmung ist tief und langsam und sollte – bei weich geschlossenem
Mund, die Zunge am oberen Gaumen – nur durch die Nase erfolgen.
Alle Bewegungen sind ruhig, weich, rund, leicht und entspannt.
Die Atmung bleibt fließend und der Bewegung angepasst.

Verwurzelt und ruhig

Verwurzelt und ruhig

Unseren Rücken kennen wir nur wenig

Wie wir uns im Alltag halten und unsere Wirbelsäule gebrauchen, ist den wenigsten bewußt. Unsere Körperbewußtheit für unsere Rückseite ist idR dürftig ausgeprägt. Daher bedarf es langen Übens, bis wir uns ein wenig besser damit auskennen, wie wir mit der Schwerkraft und der Ausrichtung unserer Wirbelsäule klarkommen. Es ist schnell verloren gegangen, was wir als Krabbelkinder konnten. Wir können diesen Komfort jedoch wieder erlangen. Und zwar mit dem Wunsch, durch so wenig wie möglich überflüssige Spannung unsere Beweglichkeit zu bremsen.  Wir müssen spüren lernen, was wir bewegungsmäßig tatsächlich tun. Die Übungen des Qi Gong und der Wiedererwerb der gut im Gleichgewicht ausgeführten Bewegung haben sehr viel mit der Leichtigkeit unseres Alltags zu tun. Die gefühlte Last kann sich gewaltig verringern.

Ausrichtung der WS beim Qi Gong Stand

Ausrichtung der WS beim Qi Gong Stand

Der Qi Gong-Stand ist die Basis der Stehmeditation

Qi Gong findet zwar bei weitem nicht nur unbeweglich im Stand an einer Stelle statt, aber dabei lassen sich die Feinheiten und Prinzipien am besten erspüren. Es empfiehlt sich, immer wieder die verschiedensten Standhaltungen, auch ganz ungewöhnliche und verrenkte einzunehmen, um das Gefühl für die Balance in Ruhe und Bewegung zu verinnerlichen und automatisch zu „verdrahten“. Bei der Stehmeditation wird man nicht steif. Die Lenkung der Aufmerksamkeit auf die Spannungsbereiche, also das Lenken des Qi auf Gelenke und Haltungen, führt trotz minutenlanger Unbeweglichkeit in einzelnen Positionen zu mehr Beweglichkeit.

Stehmeditation Himmel und Erde

Stehmeditation Himmel und Erde

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