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Faszien lösen und Beweglichkeit gewinnen

Arbeit an den Faszien ist in aller Munde.  Es erscheint mir ziemlich absurd, daß da „etwas ganz Neues“ aufgedeckt wird. Qi Gong-Leute haben schon immer gewußt, daß Faszienlösen und Beweglichkeitgewinnen Kerngedanken des Qi Gong sind, und diese „Energiearbeit“ ganz selbstverständlich praktiziert. Aber das hat eben nichts mit dem Größer, Weiter, Schneller der üblichen sportlichen Ausrichtung zu tun.

Shibashi - Bewußte Torsion der Wirbelsäule

Bewußte Torsion der Wirbelsäule

Oft fehlen vielfältige Bewegungsmuster für flexible Faszien

Der scheinbar gesündeste, kräftigste Körper kann die größten Probleme im Bewegungsapparat haben. Leistungssportler und extrem Trainierende haben den Prozess der Kräftigung und des Muskelzuwachses perfektioniert, die Herz-Kreislauf-Ausdauer optimiert, aber oft fehlt es an vielfältigeren Bewegungsmustern. Die Gewebe werden oft jahrelang in einseitiger Weise belastet. Die größten Probleme, die ich gesehen habe, fand ich bei bei Läufern, Radfahrern und Gewichthebern, die vergessen haben, ihrem Körper noch andere Bewegungsmuster abzuverlangen, als diejenigen ihrer Sportart.

Viele Sportler sind steif und haben schmerzende Gelenke

Diese Leute sind fest, vorgebeugt, steif im Rücken und bei seitlichen Neigungen der Wirbelsäule. Ihr Hals, Rücken und manchmal Hüften und Knie tun weh. Sie haben ihre Bandscheiben verschlissen und ihre Menisken zerstört, weil die Kompressionskräfte über viele Jahre die Gelenke in immer gleicher Richtung belastet haben. Faszien lösen, und Beweglichkeit gewinnen fand nicht statt. Die myofasziale Mobilität wurde niemals angesprochen. Was die Sportler hätte locker und flexibel machen können, unterblieb. Solche Athleten basieren ihre Workouts auf veralteten Theorien und Trainingsroutinen, es fehlt an abwechslungsreichen Bewegungen, Cross Training oder Fascial Release, um den Bewegungsapparat ausgeglichen und gesund zu erhalten.

Faszien lösen und Beweglichkeit gewinnen, um flexibel und mobil zu bleiben

Zeig mir einen Tänzer, einen Kampfkünstler oder Yogi, und ich zeig dir einen gesunden Sportler. Diese Sportarten trainieren den Geist, den Körper und Bewegungsbewußtheit mit einer Praxis, die das innere Nachspüren schätzt und wie man alle Teile zu einem gesund funktionierenden Ganzen verbindet.  Einseitig ausgerichtete Sportler vergessen, daß sie durch die Gewinnung myofaszialer Mobilität viel Kraft gewinnen können.

Der Trick, um Ihren Körper gesund zu halten?

Ein Bewegungssplan. Es sollte die richtige Menge an Bewegung und die richtige Art und Kombination der Bewegung enthalten. Es sollte Herz-Kreislauf-Fitness, Kraft, Flexibilität und Faszienlösen enthalten; bei steifen Gliedern oder auch nicht. Hier muß man aus seiner alten Trainingskiste ausbrechen und erfahren, wie und warum Flexibilität und myofasziale Mobilität der Schlüssel zu guter Gesundheit und Spitzenleistung sind. Hier muß man jahrelange Denk- und Verhaltensweisen modifizieren und etwas Neues ausprobieren.

Shibashi -Vorbeugen - Spannung lösen

Vorbeugen – Spannung lösen

Faszien lösen kann den Lauf deines Lebens verändern

So? Ja, das ist eine große Nummer! Faszien und ihre intrazelluläre Matrix bilden ein System in dir, das wie ein großes, dreidimensionales Netz des Lebens ist. Es kann die physischen Einschränkungen, die ich erwähnt habe, sowie geistige oder emotionale Energie aus altem Traumen speichern. Die Bindegewebsschichten von Schlägen und Prellungen sind nicht nur physische Schichten – jedes Ereignis, das wir durchlaufen, jedes Trauma, das wir erleiden, ist eine Kombination aus Geist, Körper und Seele. Jede einzelne Emotion, die wir erleben, hat eine physiologische Wirkung oder Manifestation im Körper. Integration von Geist, Körper und Seele durch Bewusstsein ist der Weg, um Ihren harten Körper gesund zu machen. Faszienlösen ist nicht nur ein Weg um Beweglichkeit zu gewinnen, es ist ein Weg der Integration.

Energie durch Stehmeditation – Stehen wie eine stille Kiefer

In der Ruhe liegt die Kraft. Energie tanken mit der Qi Gong Übung in Stehmeditation: Stehen wie eine stille Kiefer. Weniger machen, mehr zur Ruhe kommen. Die Qi Gong Stehmeditation „Stehen wie eine stille Kiefer“ hat eine sehr alte Tradition und tiefgreifende Wirkung.

Qi Gong Stehmeditation am Meer

Stehmeditation am Meer

Haltung für die Stehmeditation an einem ruhigen, windstillen Platz einnehmen

Such dir einen ruhigen, möglichst ganz windstillen Platz für deine Übung. Entspannt schulterbreit mit ganz leicht gebeugten Knien stehen, Lendenwirbelsäule öffnen, Becken sinken lassen, am Schopf wie nach oben gezogen fühlen, Kinn leicht einziehen und ein sanftes inneres Lächeln aufsetzen.
Die Arme zu einem großen Kreis vor dem Brustbein geformt, Ellenbogen erhoben, Schultern gesunken, Handgelenke ganz entspannt, aber noch Aufmerksamkeit in den Fingern behalten.

Der Atmung gelassen folgen und zählen

Die Atmung ruhig beobachten, sie kommen und gehen lassen, wie sie mag, und mit der Zeit im unteren Bauchbereich beginnen lassen. Nach und nach versuchen, die Zyklen von Ein- und Ausatmen im Geiste zählend bis 10 zu verfolgen. Wenns nicht klappt, immer wieder ohne Einmischung von Gefühl und Überlegung von neuem mit dem Zählen beginnen.
Möglichst ruhig abwarten, daß „es sich atmet“. Die Aufmerksamkeit beim Einatmen auf einen „Energieball“ um einen herum lenken, der sich dabei mit dir etwas ausdehnt und der sich beim Ausatmen in deiner Mitte – dem Bereich unter deinem Nabel und bis zum unteren Rücken – leicht verdichtet. So wenig wie möglich „eingreifen“, sondern geschehen lassen.

Stehmeditation im Wald

Stehen wie eine stille Kiefer

Wiederholt Körperspannungen beachten und weiter lösen

Immer wieder die Spannung der Beine lösen, Schultern weiter sinken lassen, überall die Restspannung bemerken und mehr und mehr lösen.

Dran bleiben

Die wohltuende Wirkung der Entspannung stellt sich rasch und unmittelbar ein, wenn man es schafft, mindestens 5 Minuten ruhig in der Stehmeditation zu verbleiben. Die Energie und Kraft wächst jedoch nur langsam. Es ist besser, zu versuchen, die Übung immer wieder im Alltag zu machen, zB an der Kasse im Supermarkt, auch wenn man dabei die Arme natürlich normal hängen läßt. Sich aber kurz zu sammeln, im Geiste innerlich zu schauen, Spannungen zu lösen, kann bei vielen Gelegenheiten ausgeübt werden, ohne daß die Umstehenden davon etwas mitbekommen.

Das Wichtigste bei der Stehmeditation

Vor allem das ruhige Lenken der Aufmerksamkeit auf die Atemvorgänge schafft die Tiefe und Kraft der Stehmeditation: Stehen wie eine stille Kiefer im Qi Gong.

Spürend bewegen – wach entspannen

Qi Gong an der Elbe

Nachspürend bewegen

Innehalten und nachspüren, aussteigen aus der Hektik des Alltags – dies können wir mit Meditation, Qi Gong, Taiji Quan, Qi Walking und Sensity erreichen. Die nachspürenden Bewegungsformen geben uns ein Gefühl dafür, wo die Verspannungen sitzen, wo uns der Leib aufzeigt, was uns aus dem Lot geriet. Die Einheit zwischen Denken und Handeln, Geist und Körper, Spannung und Entspannung allmählich wiederherzustellen, ist ein schönes Ziel. Und nicht ganz einfach zu erreichen. Sich in der Gruppe auf den Weg machen, mit Freude unsere Möglichkeiten neu entdecken und erweitern, das kann ohne Weiteres erreicht werden.

Alltagsstreß, mangelnde Bewegung, schlechte Ernährung, Erschöpfungszustände, Lebensumbrüche, Partnerverlust, Krankheit, Alterserscheinungen, Sinnkrisen und Lebensüberdruß – all dies bewirkt, daß wir Schaden nehmen können an Leib und Seele, nicht mehr zur Ruhe kommen und uns unsere Grenze hart ankommt. Zu erkennen, wo wir stehen, wie wir uns halten und geben, ganz praktisch erfahren, ob wir zu weit gehen oder uns unnötig bremsen, dies kann in den Einzel- und Partnerübungen erfahren werden.

Spürend bewegen - wach entspannen

Aus der Mitte heraus bewegen

Bewußtheit durch Bewegung, wie Feldenkrais es genannt hat, ist bei fast jeder Bewegungsform möglich. Und dieses Nachspüren, dieses Erkennen des eigenen Tuns bedeutet Freude. So wie ein Säugling bei den ersten Lebensschritten losjuchzt, so wird das spürende Bewegen zur Lebensfreude. Nur in vergnügt-gelassener Atmosphäre kann wirklich gelernt werden. Aus dieser Freude des Lernens und Entdeckens entsteht wie von selbst Wachheit und Präsenz. Und so entsteht aus der Bereitschaft, sich auf den Weg zu machen, allmählich neue Erkenntnis und ein neues Selbstwertgefühl.

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